Fritz Pfeffer

Fritz Pfeffer

Fritz Pfeffer wurde am 30. April 1889 in Gießen geboren. Seine Eltern besitzen ein Konfektionsgeschäft im Stadtzentrum. Die jüdische Familie lebt ihren Glauben, und Fritz bleibt zeitlebens religiös. Nach dem Abitur studiert Fritz in Berlin Zahnmedizin und eröffnet in dieser Stadt eine Zahnarztpraxis. Von 1922 an findet sich im Berliner Adressbuch folgender Eintrag: Pfeffer, Fritz, Dr., Zahnarzt, W50, Passauer Str. 33, Zwg. T. Steinpl. 10562, 9-1, 3-6. 1926 heiratet Fritz Pfeffer die weit jüngere Vera Bythiner. Am 3. April 1927 wird ihr Sohn Werner geboren. 1933 lassen sich Fritz und Vera scheiden. Fritz Pfeffer erhält das Sorgerecht für Werner.

Nach der Scheidung lernt Fritz Pfeffer Charlotte Kaletta kennen. Aufgrund der Nürnberger Rassengesetze von 1935, die Eheschließungen zwischen Juden und Nichtjuden verbieten, dürfen Fritz und Charlotte nicht heiraten. Fritz Pfeffer und Charlotte Kaletta emigrieren nach der „Kristallnacht“ in die Niederlande. Auch hier darf das Paar nicht heiraten. Sie wollen eigentlich weiter nach Südamerika, aber es glückt ihnen nicht, die Niederlande zu verlassen. Werner schicken sie nach England.

Werner nach England

Nach den Novemberpogromen 1938 sorgt Fritz dafür, dass Werner mit einem Kindertransport nach England ausreisen kann. Großbritannien nimmt noch eine begrenzte Zahl jüdischer Flüchtlinge auf, vor allem Kinder. Werner gehörte vermutlich zu der Gruppe von 350 Flüchtlingen aus Norddeutschland, die am 15. Dezember 1938 in Harwich ankamen.

Mehr

Der achte Untergetauchte

Am 16. November 1942 taucht auch Fritz Pfeffer unter und versteckt sich im Hinterhaus. Er ist ein jüdischer Bekannter der Familie Frank und arbeitet als Zahnarzt in Amsterdam. Miep Gies ist bei ihm Patientin. Eines Tages fragt er sie, ob sie nicht ein Versteck für ihn wisse. Miep berichtet Otto Frank davon. Nachdem sich dieser mit den anderen Untergetauchten und mit Johannes Kleiman und Victor Kugler beraten hat, beschließt er, dass sie noch eine achte Person aufnehmen können.

Mehr

Miep als Kurier

Miep Gies fungiert als Kurier zwischen Fritz Pfeffer und Charlotte Kaletta: „Von nun an traf ich mich einmal wöchentlich mit Charlotte Kaletta, einer bezaubernden Blondine, ein Jahr älter als ich. Ich überbrachte ihr seine dicken Briefe, und sie gab mir Post und die Bücher, Päckchen und Zahnarztinstrumente, um die er gebeten hatte. (...) Ich tat, als hätte ich keine Ahnung, wo sich ihr Mann versteckt hielt, und Charlotte war so klug und vorsichtig, keine Fragen zu stellen. Wir tauschten nun jede Woche Briefe und Päckchen aus.“

Mehr

30. April 1889

Geboren in Gießen.

1926

Fritz heiratet Vera Bythiner.

3. April 1927

Werner, der Sohn von Fritz und Vera, wird geboren.

1933

Fritz und Vera lassen sich scheiden, Werner bleibt bei Fritz.

1935

Fritz und Charlotte dürfen wegen der Nürnberger Gesetze nicht heiraten.

Dezember 1938

Erst schickt Fritz seinen Sohn Werner mit einem Kindertransport zu Verwandten nach England. Nach der Pogromnacht 1938 flieht er mit Charlotte in die Niederlande.

16. November 1942

Fritz taucht unter und versteckt sich im Hinterhaus.

4. August 1944

Die Untergetauchten werden verhaftet und in das Durchgangslager Westerbork (Niederlande) gebracht.

3. September 1944

Deportation in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau (im von Deutschland besetzten Polen).

6. September 1944

Ankunft in Auschwitz. Fritz überlebt die Selektion.

Oktober 1944

Deportation in das Konzentrationslager Neuengamme.

20. Dezember 1944

Fritz Pfeffer stirbt in Neuengamme.

Ende 1945

Charlotte Kaletta erfährt, dass Fritz umgekommen ist.

1946

Werner geht in die USA und ändert seinen Namen in Peter Pepper.

9. April 1953

Die Ehe zwischen Charlotte und Fritz wird rückwirkend zum 31. Mai 1937 anerkannt.

15. Februar 1995

Peter Pepper stirbt.

Fritz' Umgebung

Anne Frank Tochter von Otto und Edith, Schwester von Margot

Anne spielt oft den Clown, hat aber auch eine ernste Seite

Mehr

Miep Gies Ehefrau von Jan Gies

Miep ist Sekretärin in Otto Franks Firma Opekta

Mehr

Was Anne über Fritz schreibt

Herr Pfeffer, der Mann, von dem immer gesagt wurde, dass er hervorragend mit Kindern zurechtkäme und sie auch gern hätte, entpuppt sich als der altmodischste Erzieher und Prediger von ellenlangen Manierenreihen.