Wurden die Untergetauchten verraten?

Die Entdeckung der Untergetauchten

Boekenkast
Das schwenkbare Regal Hinter diesem schwenkbaren Regal verbirgt sich der Zugang zum Hinterhaus (Foto: Maria Austria, 1954).
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Bei der Razzia am 4. August 1944 wurden die acht Untergetauchten und zwei ihrer Helfer verhaftet. Wie es dazu kam, ist bis heute nicht geklärt. Diese Frage hat viele Menschen beschäftigt. Es bestand der dringende Verdacht auf Verrat. 1948 erfolgten erstmals polizeiliche Ermittlungen. 1963 wurde aufgrund neuer Informationen noch einmal versucht, den genauen Hergang zu rekonstruieren. Beide Male blieben die Ermittlungen ohne konkretes Ergebnis. Eigene Nachforschungen des Anne Frank Hauses haben ergeben, dass außer Verrat auch andere Erklärungen möglich sind.

Unerwartete Polizei-Razzia

Anhand bekannter, aber auch neuer Quellen wurden die Umstände der Verhaftung erneut untersucht. Annes Tagebuchaufzeichnungen vom März 1944 führten zu Polizei- und Justizunterlagen aus verschiedenen Teilen des Landes.

Die Dokumente zeigen, dass das Gebäude nicht nur untergetauchten Juden als Versteck diente; auch andere Dinge spielten sich dort ab. Zwei Vertreter der Firma Gies & Co. wurden nämlich 1944 verhaftet, weil sie mit Rationierungsmarken gehandelt hatten. Die Marken kamen unter anderem den Untergetauchten im Hinterhaus zugute.

Anne Frank schreibt am 14. März 1944 darüber im Tagebuch: „Da B. und D. festgenommen worden sind, haben wir keine Marken." Es ist jedoch nicht bekannt, ob die Firmenvertreter von dem Versteck im Hinterhaus wussten.

Diese Verhaftungen kamen einer landesweiten Fahnungs-Einheit, die unter der Aufsicht des Sicherheitsdienstes stand, zur Kenntnis. Aus diesem Grund besuchten die Ermittlungsbeamten am 4. August 1944 das Haus in der Prinsengracht 263. Es könnte sein, dass die Untergetauchten in diesem Zusammenhang leider entdeckt wurden.

Überprüfung von Vermutungen und Verdächtigungen

Es konnte nie geklärt werden, ob und von wem die Untergetauchten verraten wurden. Hat einer der Lagerarbeiter sie gehört? Ist jemandem aufgefallen, dass viele Waren gekauft und geliefert wurden? Haben Nachbarn gemerkt, dass sich Menschen im Haus versteckt hielten? Oder war etwas ganz anderes im Spiel?Mehr

Beispiel für einen Denunziationsbrief.

Mehr Verdächtige

1998 schrieb Melissa Müller in ihrer Biografie Anne Franks, Lena Hartog-van Bladeren könne den Verrat begangen haben. Zwei Jahre später äußerte Carol Ann Lee in ihrer Biografie Otto Franks eine neue Theorie. Sie vertrat die Ansicht, Tonny Ahlers sei der Schuldige. Später rückten dann wieder andere Menschen in den Fokus.Mehr

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