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1944 Entdeckt und verhaftet
Leliegracht 58
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© Anne Frank Stichting

Gemüsehändler verhaftet

Der Gemüsehändler Hendrik van Hoeve wird von den Nazis verhaftet. Das Foto wurde bei Filmaufnahmen 1958 aufgenommen.

Hendrik van Hoeve ist der vertrauenswürdige Gemüsehändler, der die Versteckten im Hinterhaus lange Zeit mit Kartoffeln versorgt. Er liefert sie in aller Stille bei Miep Gies im Büro ab. Er ahnt zwar, dass sie für Untergetauchte bestimmt sind, aber mehr weiß er nicht.

Ein schwerer Schlag

Van Hoeve versteckt auch bei sich zu Hause Juden. Die Nazis kommen dahinter und verhaften ihn am 25. Mai 1944. Er wird in das KZ Neuengamme bei Hamburg deportiert.

Als Anne Frank erfährt, dass van Hoeve verhaftet worden ist, schreibt sie darüber im Tagebuch.
„Jeden Tag was anderes! Heute Morgen ist unser Gemüsehändler verhaftet worden, er hatte zwei Juden im Haus. Das ist ein schwerer Schlag für uns, nicht nur, dass die armen Juden jetzt am Rand des Abgrunds stehen, auch für ihn ist es schrecklich. Die Welt steht hier auf dem Kopf. Die anständigsten Menschen werden in Konzentrationslager, Gefängnisse und einsame Zellen geschickt, und der Abschaum regiert über Jung und alt, Arm und Reich.“

Van Hoeve kommt zurück

Nach van Hoeves Verhaftung führt seine Frau Riek das Geschäft allein weiter. Sie erkennt ihren Mann kaum wieder, als er nach dem Krieg zurückkehrt. Er ist vom Lagerleben gezeichnet und leidet an einem Hungerödem.

Nachgespielt

Van Hoeves Verhaftung kommt im Film „The Diary of Anne Frank“ von George Stevens aus dem Jahr 1959 vor. Im Film spielt van Hoeve sich selbst, aber der Ort ist ein anderer: nicht Leliegracht, sondern Staalstraat.

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Prinsengracht 263

Am 1. Dezember 1940 zieht Otto Franks Firma vom Singel in ein größeres Gebäude um. Es liegt an der Prinsengracht 263, in der Nähe der Westerkerk. Vom 6. Juli 1942 bis zum 4. August 1944 dient das Hinterhaus des Gebäudes der Familie Frank und vier weiteren Verfolgten als Versteck.

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1933 Auf der Suche nach einem sicheren Leben

Die Franks möchten sich, wie viele andere Juden im nationalsozialistischen Deutschland, in Sicherheit bringen. Otto Frank reist schon vor und gründet in Amsterdam seine Handelsniederlassung für Opekta.

1938 Viele jüdische Flüchtlinge nach den Novemberpogromen

Nach den Novemberpogromen fliehen mehr Juden in die Niederlande. Auch Prinzessin Juliana fühlt sich mit der jüdischen Gemeinschaft verbunden. Während der Aufnahme von Juden mehr Aufmerksamkeit zuteil wird, treten NSB-Leute zunehmend militanter in Erscheinung.

1940 Amsterdam besetzt

Für die Familie Frank ändert sich nach dem Einmarsch der Deutschen zunächst noch nicht so viel. Opekta zieht in die Prinsengracht um. Bombenangriffe fordern Tote und Verletzte in Amsterdam.

1940  Amsterdam besetzt

1941 Juden haben immer weniger Rechte

Es beginnt mit einem Kinoverbot, aber schon bald werden Juden praktisch überall aus dem öffentlichen Leben ausgeschlossen. Jüdische Kinder müssen gesonderte Schulen besuchen, also auch Anne und Margot Frank.

1941  Juden haben immer weniger Rechte

1942 Es wird immer gefährlicher für Juden

Zum dreizehnten Geburtstag bekommt Anne Frank ein Tagebuch geschenkt. Ein paar Tage später schreibt sie etwas über die Lage in Amsterdam. Der gelbe Stern wird eingeführt, und die ersten Razzien finden statt. Im Juli taucht die Familie Frank unter.

1942  Es wird immer gefährlicher für Juden

1943 Deportationen und Anschläge

Während die Familie Frank im Versteck lebt, werden mehrere tausend Juden aus Amsterdam deportiert. Der Widerstand versucht, die Deportationen durch Anschläge auf u.a. das Bevölkerungsregister zu vereiteln. Aber es nützt nicht viel.

1943  Deportationen und Anschläge

1944 Entdeckt und verhaftet

Am 4. August werden Anne und die anderen im Hinterhaus entdeckt und verhaftet. Über Westerbork werden sie nach Auschwitz deportiert. Als die Alliierten im Süden der Niederlande die Grenze passieren, entsteht kurzzeitig die Hoffnung auf eine rasche Befreiung. Deutsche Soldaten und NSB-Leute ergreifen nach dem „Dolle Dinsdag“ (Verrückten Dienstag) die Flucht.

1944  Entdeckt und verhaftet

1945 Der Hungerwinter fordert seinen Tribut

Amsterdam leidet unter dem Hungerwinter. Viele Menschen verhungern oder erfrieren. Edith, Margot und Anne Frank sterben im Konzentrationslager. Otto Frank überlebt als einziger. Die Kanadier erreichen Amsterdam.

1945 Freude und Kummer

Bei einem Fest auf dem Dam am 7. Mai schießen deutsche Soldaten in die Menge. Es gibt mehrere Todesopfer. Am 8. Mai wird Amsterdam endgültig befreit. Otto Frank kehrt zurück. Er weiß bereits, dass Edith tot ist. Dass seine beiden Töchter nicht überlebt haben, erfährt er erst später.

1945  Freude und Kummer

1946 Langsam nimmt das Leben wieder seinen Lauf

Am 3. Mai 1946 findet der erste offizielle Totengedenktag statt. Anne Franks Tagebuch wird am 25. Juni 1947 veröffentlicht. In Amsterdam nimmt das normale Leben langsam wieder seinen Lauf. Nur 10.000 der 70.000 Juden, die 1940 in der Stadt wohnten, haben den Krieg überlebt.

1950 Bleibende Erinnerung

Auch wenn seit der Befreiung schon fünf Jahre vergangen sind, hat der Krieg noch einen deutlichen Nachhall. Die jüdische Gemeinschaft dankt der Stadt Amsterdam mit einem Denkmal für die Hilfe, die sie den Juden geleistet hat.

1950  Bleibende Erinnerung
  • 1950
  • Den Beschützern der niederländischen Juden in den Besatzungsjahren. Beschützt durch Ihre Liebe. Gestärkt durch Ihren Widerstand. Trauernd mit Ihnen.

    Teil der Inschrift des Denkmals „Jüdische Dankbarkeit“
  • picture:Einmal im Jahr zwei Schweigeminuten

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Anne Franks Amsterdam aus der Vogelperspektive

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