Begriffs- erklärungen

  • Drucken

Was ist Anne Franks Amsterdam?

Anne Franks Amsterdam zeigt anhand von besonderen Fotos, Filmen und Geschichten das Gesicht der Stadt, in der Anne Frank gelebt hat.

Mehr über diese Website

Quellenverzeichnis

Für Anne Franks Amsterdam wurden viele Quellen benutzt.

Zum Quellenverzeichnis

Alliierte: Länder, die im Zweiten Weltkrieg gegen Deutschland, Italien und Japan kämpften. Die wichtigsten Alliierten waren die USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich und die Sowjetunion.

Antijüdische Maßnahmen:  Gesetze und Verordnungen, die ab Mai 1940 vom deutschen Besatzungsregime erlassen wurden, um Juden ihrer Rechte und ihres Besitzes zu berauben.

Antisemitismus: Feindschaft gegenüber Juden

Arbeitseinsatz: Im Mai 1943 mussten sich niederländische Männer im Alter von 18 bis 35 zur Zwangsarbeit in Deutschland melden. Die meisten wurden in der Kriegsindustrie eingesetzt.

Arier“ : Hitler und seine Anhänger dachten in Kategorien von „Rassen“. Sie erklärten die „arische Rasse“, zu der in ihren Augen „echte“ Deutsche gehörten, für überlegen.

„Ariererklärung“: Erklärung, die alle niederländischen Beamten ab Oktober 1940 abgeben mussten, damit die Besatzungsmacht wusste, wer von ihnen Jude war.

BS: Abkürzung für Binnenlandse Strijdkrachten. In den Binnenlandse Strijdkrachten (offiziell: Nederlandse Binnenlandse Strijdkrachten – Niederländische Inländische Streitkräfte) waren ab 5. September 1944 die bis dahin meist für sich agierenden Widerstandsgruppen vereint.

D-Day:  Am 6. Juni 1944 landeten alliierte Truppen an den Stränden der Normandie in Frankreich, um die besetzten Länder Europas zu befreien. Dieser Tag wird Decision-Day, D-Day, genannt.

Deportation: Erzwungener Transport von Menschen aus Deutschland und den von den Nazis besetzten Ländern in Durchgangs- und Konzentrationslager.

Diskriminierung: Ungleiche Behandlung von Menschen aufgrund von ethnischer Zugehörigkeit, Religion, politischen Ansichten oder Geschlecht. Die Nazis diskriminierten unter anderem die Juden.

Dolle Dinsdag („Verrückter Dienstag“): Am Dienstag, dem 5. September 1944, herrschte in den Niederlanden große Aufregung, weil im Radio die (sich später als falsch herausstellende) Nachricht kam, dass die Stadt Breda befreit sei.

Durchgangslager: Ein Lager, in dem die Nazis Gefangene sammelten, um sie von dort aus in eines der Konzentrations- oder Vernichtungslager zu deportieren.

Ersatzprodukte: Produkte wie Kaffee, Seife und Zucker wurden, da sie nicht mehr erhältlich waren, mit Hilfe anderer Rohstoffe nachgeahmt. Aus Abfall von Zuckerrüben wurde zum Beispiel Ersatzkaffee gemacht.

Faschisten: Anhänger des Faschismus. Faschismus war ursprünglich die Bezeichnung der politischen Bewegung des italienischen Diktators Benito Mussolini, der von 1922 bis 1943 herrschte. Er vertrat wie die Nazis das Prinzip des Führers, dem das Volk gehorcht.

Februarstreik: Ein Streik, der am 25. und 26. Februar 1941 in Amsterdam und einigen anderen Städten stattfand. Mit dem von Arbeitern organisierten Streik protestierten Niederländer gegen die Verfolgung der Juden.

Flüchtlinge: Menschen, die aufgrund der politischen Lage oder eines Krieges aus ihrem Land fliehen. Die Familie Frank flüchtete 1933 aus dem nationalsozialistischen Deutschland und baute sich in den Niederlanden ein neues Leben auf.

Garküchen: Eine Garküche ist eine sehr einfache und preiswerte Essgelegenheit. Während des Hungerwinters 1944/45 bekamen die ärmsten Menschen Mahlzeiten gratis. Das Essen wurde in großen Kesseln gekocht.

Gestapo: Abkürzung von Geheime Staatspolizei, die Geheimpolizei der Nationalsozialisten.

Ghettos: Vor allem in Osteuropa zwangen die Nazis die Juden, in einem Ghetto zu wohnen. Ein Ghetto war ein abgeschlossenes Gebiet, meist ein Stadtviertel. Die „Jodenbuurt“ (das jüdische Viertel) in Amsterdam kann auch als ein Ghetto betrachtet werden.

Hakenkreuz: Das Hakenkreuz oder die „Swastika“ war das Symbol der Nationalsozialisten.

Hamstertouren: Während des Hungerwinters 1944 gingen viele Menschen aus den großen Städten der Niederlande aufs Land und baten dort um etwas zu essen. Manchmal bekamen sie etwas umsonst, aber es kam auch vor, dass Dorfbewohner und Bauern viel Geld oder wertvolle Gegenstände verlangten.

Hollandsche Schouwburg: Ein Theater in Amsterdam, in dem die Nazis 1942-1943 verhaftete Amsterdamer Juden sammelten, um sie von dort aus in das Lager Westerbork zu bringen.

Holocaust: Dieses Wort bezeichnet den Mord an sechs Millionen Juden während des Zweiten Weltkrieges. Dieser Völkermord wird auch mit dem Begriff „Schoah“ bezeichnet.

Hungerwinter: Der Winter 1944-1945 ist als Hungerwinter bekannt, da im Westen der Niederlande 20.000 Menschen verhungerten.

Illegalität: Aktionen von Widerstandsbewegungen gegen die deutsche Besatzungsmacht. Zeitungen erschienen illegal, Ausweise und Lebensmittelmarken wurden gestohlen oder gefälscht, und Menschen, die untergetaucht waren, wurde mit Verstecken und Transportmöglichkeiten geholfen. Es wird ein Unterschied gemacht zwischen Widerstand und Illegalität: Die „Illegalen“ tauchten meist sofort unter, andere blieben auf ihrem Posten und unterstützten den Widerstand .

Immigranten: Immigranten sind Menschen, die sich für längere Zeit in einem anderen Land oder Gebiet niederlassen (möchten).

Juden: So werden alle Menschen bezeichnet, die eine jüdische Mutter haben und/oder sich zum jüdischen Glauben bekennen. Orthodoxe Juden halten sich streng an die religiösen Regeln, liberale Juden weniger streng.

„Judenstern“: Ein gelber, sechszackiger Stern, in dessen Mitte das Wort Jude steht und den alle Juden vom sechsten Lebensjahr an ab Mai 1942 auch in den Niederlanden an der Kleidung tragen mussten.

Judenverfolgung: Hitler und seine Anhänger verfolgten die Juden. Sie registrierten, isolierten, deportierten und ermordeten Millionen Juden in Deutschland und in den besetzten Ländern Europas.

Kollaboration: Zusammenarbeit mit dem Feind. Kollaborateure waren u.a. die 100.000 Niederländer in der NSB (der niederländischen Nazi-Partei) und die 20.000 Niederländer, die freiwillig in der deutschen Armee kämpften.

Kommunisten: Anhänger des Kommunismus, einer politischen Lehre, die eine klassenlose Gesellschaft mit einem Wirtschaftssystem anstrebt, das auf gemeinschaftlichem Besitz  von Produktionsmitteln beruht und in dem das Prinzip gilt: „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen.“

Lager Westerbork: Durchgangslager in den Niederlanden. Hier sammelten die Nazis mehr als 100.000 Juden und ungefähr 250 Sinti und Roma und transportierten sie mit Güterzügen in die Vernichtungslager in Polen. Auch Anne Frank und die anderen Untergetauchten aus dem Hinterhaus waren zuerst in Westerbork.

LO: Abkürzung für „Landelijke Organisatie voor Hulp aan Onderduikers“ (Nationale Hilfsorganisation für Untergetauchte)

Nationalsozialismus: Das Wort Nationalsozialismus verweist auf die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei, deren Vorsitzender Adolf Hitler war.

Nazis: Anhänger des Nationalsozialismus werden Nazis genannt.

Novemberpogrome: In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 ermordeten die Nazis in Deutschland mehr als 100 Juden und zerstörten Hunderte Synagogen und Geschäfte jüdischer Inhaber. Diese Pogromnacht wurde wegen der vielen zerschlagenen Glasscheiben auch als „Kristallnacht“ bezeichnet.

NSB: Abkürzung für Nationaal Socialistische Beweging (Nationalsozialistische Bewegung). 1931 von Anton Mussert in den Niederlanden gegründete Partei, die ähnliche Vorstellungen vertrat wie die deutschen Nazis.

NSDAP: Abkürzung für Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei, die Partei Hitlers und der Nazis, die 1920 gegründet wurde.

PBC: Abkürzung für Persoonsbewijzencentrale (etwa: Ausweiszentrale). Während der Zeit der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg im Untergrund tätige Organisation, die Widerstandskämpfer und Untergetauchte mit gefälschten Ausweisen versorgte.

„Pulsen“: In Amsterdam wurden viele Häuser deportierter Juden im Auftrag der Deutschen von der Umzugsfirma Puls ausgeräumt. Das Ausräumen von Wohnungen hieß deshalb „pulsen“.

Radio Oranje: Von London aus täglich gesendetes niederländisches Rundfunkprogramm, das unter anderem aktuelle Kriegsnachrichten brachte. Der Sender wurde Radio Oranje genannt.

Rassismus: Menschen nach ethnischen Gruppen einteilen und bestimmten Gruppen aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit negative Eigenschaften zuschreiben.

Rationierung: Rationierung bedeutet, dass in Zeiten von Knappheit Güter so gerecht wie möglich verteilt werden. Gegen Vorlage einer Stammkarte erhielten Niederländer im Krieg Marken für Lebensmittel und Kleidung.

RVV: Abkürzung für Raad van Verzet (Widerstandsrat), ein Zusammenschluss niederländischer Widerstandsorganisationen.

Razzia: In der Besatzungszeit planmäßige Jagd auf Menschen, bei der eine Straße oder ein Viertel schlagartig abgesperrt, Wohnungen durchsucht und Menschen verhaftet wurden.

Sabbat: Oder auch Schabbat. Der wöchentliche jüdische Ruhetag, der am Freitagabend nach Sonnenuntergang beginnt und am Samstagabend endet, wenn es völlig dunkel ist.

SD: Abkürzung für Sicherheitsdienst, der Geheimdienst der SS.

SiPo: Abkürzung für Sicherheitspolizei. Die 1936  gebildete Sicherheitspolizei bestand aus der Kriminalpolizei (Kripo) und der Geheimen Staatspolizei (Gestapo). Die SiPo war die Polizei des Deutschen Reichs in der Zeit des Nationalsozialismus. Der Sicherheitsdienst (SD) hingegen war der Nachrichtendienst der SS und damit eine Parteiorganisation. Im September 1939 wurden SiPo und SD zum Reichssicherheitshauptamt (RSHA) zusammengelegt .

Sperrstunde: Synonym für Polizeistunde oder Ausgangssperre; in dieser Zeit darf sich niemand auf der Straße aufhalten. Während der Besetzung der Niederlande verhängten die Deutschen eine Ausgangssperre von 24 Uhr bis 4 Uhr morgens.  Dieser Zeitraum wurde manchmal aber auch willkürlich geändert. Vom 1. Februar 1942 an wurde, als zusätzliche Strafmaßnahme, die Sperrstunde in Amsterdam verlängert. Die Menschen in der Hauptstadt mussten von 20 Uhr bis zum nächsten Morgen in ihren Wohnungen bleiben.

SS: Abkürzung for Schutzstaffel. Die SS bildete eine Spezialeinheit von Soldaten, die unter anderem die Funktion hatten, die Konzentrationslager zu bewachen.

Synagoge: Eine Synagoge ist ein Saal oder ein Gebäude, in dem sich Juden versammeln, um zu beten, Feiertage zu begehen und religiöse Literatur zu studieren.

Untergetauchte: Untergetauchte waren Menschen, die sich versteckten, um den deutschen Besatzern nicht in die Hände zu fallen.

Verdunkelung: Damit die Bombenflugzeuge der Alliierten ihre Ziele nicht so leicht finden konnten, mussten die Menschen in den Niederlanden ihre Fenster so abdichten, dass kein Licht nach außen drang.

Verrat: In der Besatzungszeit waren Verräter Menschen, die Untergetauchte oder Widerstandskämpfer bei der deutschen Polizei denunzierten. Der Verrat eines versteckten Juden brachte ein Viertel des Wochenlohns eines Zimmermanns ein.

WA: Abkürzung für „Weerbaarheidsafdeling“ (etwa: „Wehrabteilung“). Die WA war eine Abteilung der niederländischen Nationalsozialistischen Partei (NSB). Sie hatte die Aufgabe, die Partei, ihre Mitglieder und ihren Führer gegen Angriffe politischer Gegner zu schützen.

Wehrmacht: Bezeichnung für die Streitkräfte im Dritten Reich; 1935 unter der politischen Führung Adolf Hitlers aufgebaut.

Widerstand: Zivilisten, die Widerstand gegen die Nazis leisteten, z.B., indem sie Einwohnermeldeämter überfielen, Ausweise und Lebensmittelmarken fälschten, Untergetauchte bei sich versteckten oder Anschläge verübten.

Zwart Front (Schwarze Front): Die Zwart Front (Schwarze Front) war eine niederländische faschistische Organisation, die von 1934 bis 1941 aktiv war.